MUSEUM  

WEITER  

DENKEN

"Es kommt nicht darauf an, wie viele Menschen in ein Museum gehen, sondern dass sie gewitzter wieder herauskommen" 

Walter Benjamin

Andreas Grünewald Steiger

Über mich

Alles hat seine Zeit und seine Geschichte. Und ich habe die meine:
Im Prinzip begann alles irgendwann Ende der 1960er Jahre, als mir im Bücherschrank meines Großvaters die »Rätsel der Vergangenheit« in die Hände fielen. Ein großformatiges Werk, das reich und bunt bebildert die aufregende Welt der "Wissenschaften der Vergangenheit" zeigte, wie es dort hieß. Dazu gehörte, neben der "Wissenschaft des Spatens" - der Archäologie -natürlich auch und besonders das Museum als der Ort, an dem längst vergangene Zeiten wieder lebendig werden sollten. Das war der Augenblick, an dem für mich feststand: 

Meine Zukunft soll den Museen gehören.

Museum - Weiter - Denken


Anspruch

Der Wert der Museen liegt in ihrer Wahrhaftigkeit. 
Sie sind nicht nur Institution, sie sind Instanz. 
Ihr Anspruch heißt, förderliche Entwicklungen zu bestärken, negative Tendenzen zu benennen, gangbare Wege aufzeigen, mögliche Umwege abzuwägen, Irrwege zu kennzeichnen und vor Abwegen zu warnen. 


Das Museum ist als Ort zu denken, in dem objektive Wissenschaftlichkeit verknüpft ist mit humanistischer Haltung und der Verantwortung gegenüber einer Gemeinschaft und ihrer Kultur - das in all ihren Teilen und Erscheinungsformen. 


Widerspruch

Das Museum ist ein Widerspruch in sich. Es stemmt sich mit aller Macht gegen den natürlichen Kreislauf der Vergänglichkeit und des Verschwindens der Dinge. Das Museum will Ewigkeit.

Es ist ein Ort, an dem die Zeit stillsteht. 
Und gleichzeitig kann hier Blick und Geist in weit entfernte und für uns unerreichbare Weiten geöffnet werden - und das in rasender Geschwindigkeit. 

Diese Widersprüchlichkeit ist der absurd-normale Charakter dieses Ortes, der ihn so faszinierend für uns erscheinen lässt.

 Fragen für die Gegenwart

Brauchen wir Museen? 
Zu was und wem sind sie zunutze? 
Sind Museen in der Hauptsache Orte des Forschens, des Sammelns, der Bildung - bleibt in ihnen genügend Platz, um die Musen tanzen zu lassen? 
Sind sie das Ergebnis oder die Säulen der Kultur? 

Sind Museen autonome und souveräne Institutionen, 
oder sind sie abhängig? Wenn ja: wovon? 
Wem gehören die Museen - der Wissenschaft, der Bildung, der Verwaltung, der Öffentlichkeit? Wer genau ist "die Öffentlichkeit"?

Welche Verantwortung tragen sie für eine offene und demokratische Gesellschaft? 
Wie politisch sind sie, wie politisch dürfen/müssen sie sein? 

Sind sie Orte des Guten, Wahren und Schönen?
Oder sind sie - in Zeiten wie diesen - einfach zu schön, 
um wahr zu sein?  

Was, wenn es keine Museen gäbe? 

Themen - Titel - Texte

Was wäre die Welt ohne Museen

Was wäre die Welt ohne Museen?
Im Ernst – diese Frage ist rhetorisch, sie stellt sich nicht. 
Es gibt darauf auch nur eine Antwort.
Schließlich ist das Museum das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft.
Oder?

Housten Control:

Clear for comunication

Ein kleiner Schritt für die Museen ...
Eine Reise durch Zeit und Raum musealer Kommunikation.

Der Sammler und die Seinigen

Sammeln ist Begrenzung, Zusammenhang, Sinn, Erklärung in der Zerstreutheit.
Sammeln ist Ordnung im Unübersichtlichen, Zufälligen, Grenzenlosen, im Unbekannten.
Sammeln ist der permanente Versuch damit fertig zu werden, dass die Zeit vergeht.

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde

Auf den ersten Satz kommt es an, soll es eine gute Geschichte werden.



Themen - Titel - Texte

Generationen. 

Welche Generationen?

Demographischer Wandel und intergenerationelles Lernen sind Schlagworte der jüngeren Bildungsdiskussion, bei denen quasi reflexartig Bilder entstehen: Sie zeigen freundliche, aufmerksame, motivierte und zugewandte ältere Damen (meistens) und Herren (seltener) jenseits der 60, die in musische Beschäftigung mit – vorzugsweise – Kindern im Enkelalter vertieft sind. 
Manchmal findet sich in den Unschärfen des Hintergrundes eine Person, die etwa als Pädagog*in identifiziert werden könnte.

Was ist 

Museumkompetenz ?

Welche Kompetenzen brauchen Mitarbeiter*innen eines Museums, um diese Veränderungen professionell zu gestalten, sie voranzutreiben und zu begleiten und was bedeutet dieser Wandel – vice versa – für die Gesellschaft, seien das nun das museumsaffine Publikum oder eine Öffentlichkeit, die das Museum (noch) nicht in ihrem Wahrnehmungsspektrum hat?

The Engaging Museum

Museen müssen sich verändern oder untergehen. In der gegen-wärtigen Situation müssen sie um ihr Publikum und um ihre Ressourcen kämpfen.
Dabei stehen sie in Konkurrenz zu anderen Freizeitaktivitäten – und gegen sich selbst in Zeiten,
in denen es zu viele Museen gibt und zudem permanent neue kulturelle Attraktionen eröffnet
werden. 
Die Aufgabe der Museen im 21.  Jahrhundert ist (und war es immer), zeitgemäße Wege zu finden, die es dem Publikum ermöglichen, sich für das Museum zu engagieren.

Wie normal es ist, verschieden zu sein 

Mittentendrin. Kreative Zugänge zum Museum für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung im Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim 2018: In einem Pausengespräch war unter den Teilnehmenden ein Satz zu hören, der zunächst überraschend, dann in der Folge auch nachdenklich stimmen musste: 
„Ich muss mit den Nichtbehinderten nicht unbedingt etwas zusammen machen“.  
Diese Anmerkung kam von jemanden, um den es in dieser Tagung ging, ein Mensch mit körperlicher und kognitiver Einschränkung. 

Die Bücher meines Lebens

Was hat mich dazu angestiftet und infiziert, 
mich mit dem Museum zu beschäftigen? 
Was inspiriert mich jetzt?
Ein Besuch dort, natürlich.

Und Literatur über Museen.  

Nicht nur Fachpublikationen, sondern ebenso auch Geschichten und Erzählungen rund um allem,  
was  vom Suchen und Finden, Sammeln und Verlieren, 
Hin- und Ausstellen erzählt.